Brands suchen neue Möglichkeiten zum Konkurrieren, während Amazon seinen Einfluss ausweitet

01.08.2018


Das Kaufverhalten der Kunden wechselt von Markenloyalität zur Plattformloyalität. Hier ist Amazon Marktführer. Der Online-Marktplatz gilt als Einstopp-Einkaufsmöglichkeit für nahezu jedes Produkt, das Sie sich vorstellen können. Das Mitgliederprogramm des Marktriesen - Amazon Prime - ist auf insgesamt 90 Millionen Mitglieder angewachsen. Ein Drittel dieser Mitglieder sind allein in dem letzten Jahr dem Programm beigetreten. Es kostet den Kunden 99 Euro im Jahr oder zehn Euro im Monat und bietet eine Vielzahl an netten Extras, wie den kostenlosen Express-Versand, Video Streaming und originale Inhalte. Nicht nur werden immer mehr Menschen Prime Mitglieder. Sie werden auch loyaler zu Amazon. Ein Forschungsunternehmen aus der Sicherheitsbranche, Consumer Intelligence Research Partners (CIRP), hat 500 Amazon Prime Mitglieder in den USA befragt und herausgefunden, dass 95% der Mitglieder definitiv oder wahrscheinlich ihre Mitgliedschaft verlängern werden. Hinzu kommt, dass die aggressiven Expansionspläne von Amazon keinen Anhaltspunkt dafür geben, dass sich das Wachstum des Marktriesen verlangsamt. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Unternehmen für 2018 und darüber hinaus eine Vielzahl an Initiativen in der Planung hat, um seinen Einfluss beizubehalten und um die Messlatte für die Konkurrenz zu setzen. So wie auch die Zahl der Drittanbieter, die auf Amazon verkaufen gemeinsam mit dem entsprechenden Produktangebot angestiegen ist, so hat auch die Zahl der Fälschungen und unethischen Verkaufspraktiken zugenommen. Es ist daher wahrscheinlich, dass Amazon neue Richtlinien erlassen wird, um den Marktplatz zu bewachen, sicher zu gestalten und um den Kunden vor fragwürdigen Verkäufern zu schützen. Außerdem erscheint es plausibel, dass Amazon auch weiterhin physische Geschäfte und Ladenlokale ankaufen wird und sich dabei nicht nur auf Supermarktketten beschränken wird. Das Unternehmen wird sich auch auf die Suche nach weiteren attraktiven Zielen machen, um seinen Kunden ein noch größeres Angebot an Produkten zu bieten und um seinem Ziel - Anlaufstelle für alles zu sein - noch näher zu kommen.  Diese sehr ambitionierten Ziele bieten eine sehr gute Gelegenheit für Marken. Es ist sehr schwer, um nicht zu sagen unmöglich, dass ein Unternehmen alle Bedürfnisse von jedem Kunden befriedigen kann. Einzelne Marken haben dadurch die Möglichkeit, spezielle Dienstleistungen oder besondere Erfahrungen und Produkte anzubieten, wie sie Amazon nicht bieten kann. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten dafür, wie sich Marken und Unternehmen differenzieren können. Einige dieser Ideen finden Sie weiter unten im Text.

Erstellen Sie eine gut strukturierte Seite, die einfach zu bedienen und benutzerfreundlich ist

Unternehmen müssen in der Lage sein, über ihre e-Commerce Verkaufskanäle eine praktische Alternative zu Amazon Prime zu bieten. Einige Schlüsselideen könnten beispielsweise die Entwicklung eines robusten mobilen Designs oder die Integration von einfachen Checkout Optionen wie Apple Pay sein. Weitere Möglichkeiten bieten etwa die Einführung von einem Loyalitätsprogramm oder ein spezieller Abo-Dienst, der es Kunden ermöglicht auf Termin zu bestellen.  Ein Beispiel dafür ist der Hersteller des Protein-Riegels RXBAR. Das Unternehmen hat eine transparente e-Commerce Webseite erstellt, die das Onlinegeschäft mit einer interessanten Story und den besten Praktiken für erfolgreiche Conversion kombiniert. So hat das Unternehmen ein explosionsartiges Wachstum erreicht. Das Unternehmen ermöglicht es seinen Kunden Abos für alle Produkte zu bestellen. Alle Waren werden so wahlweise in Abständen von 30, 45 oder 60 Tagen geliefert, um Bestellungen zu vereinfachen und um den Kunden zur Rückkehr zu motivieren. 

Nutzen Sie Amazon zu Ihrem Vorteil 

Je nachdem wie es um Ihr Marketing-Budget gestellt ist und ob Ihr Unternehmen bereits auf Amazon verkauft, können kostenpflichtige Anzeigen in Ihrer Kategorie auf dem Marktplatz ein sehr effektiver Weg sein, um die Bekanntheit Ihrer Marke zu steigern und die Verkaufszahlen zu erhöhen. Das Unternehmen Clorox zum Beispiel, welches zahlreiche Subunternehmen beinhaltet, hat gezielt in digitales Marketing investiert. Der Fokus liegt auf der bezahlten Suche bei Amazon. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Eric Reynolds, hat gesagt, dass er e-Commerce sowohl als Verkaufskanal als auch als Marketingmöglichkeit betrachtet. "Wir betrachten Amazon auf dieselbe Art und Weise wie wir Google, Facebook oder YouTube betrachten." hat er gesagt. "Der Kauf von Keywords auf Amazon ist - wie die bezahlte Suche auf Google - eine effiziente Möglichkeit, um Konsumenten zu erreichen." so Reynolds weiter. 

Ziehen Sie Partnerschaften mit anderen Unternehmen in Betracht 

Es gibt viele Möglichkeiten um außerhalb von traditionellen e-Commerce Kanälen wie Amazon zu verkaufen. Schauen Sie sich nach Partnerschaften sowohl mit klassischen als auch mit unkonventionellen Marken und Unternehmen um. Für Unternehmen in der Modebranche zum Beispiel, lohnt es sich, eine Partnerschaft mit einem Abonnementen-Dienst wie Rent the Runway oder Stichfix in Betracht zu ziehen, um eine größere Audienz zu erreichen. Abonnement-Dienste gibt es für beinahe jede Produktkategorie im Einzelhandel. Schauen Sie sich einfach einmal um, welche Möglichkeiten es in Ihrer Branche gibt und beginnen Sie dort.  Außerdem gibt es die Möglichkeit weniger direkte Partnerschaften zwischen Marken zu entwickeln. So hat zum Beispiel der globale Vizepräsident von Kellogg's, Oskar Kaszubski, seine Mitarbeiter offen dazu motiviert, komplexe Partnerschaften mit Unternehmen wie dem online Immobilienriesen Airbnb einzugehen. Er begründet diese Entscheidung damit, dass Menschen die neu in einer Stadt sind, oftmals nicht wissen wo sie - in diesem Fall die Kellogg's Produkte - kaufen können. Er sagt auch, dass er mit seinem Unternehmen gegen die Idee ankämpft, dass E-Commerce mit Amazon gleichzustellen sei.